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Die Protokolle des cisleithanischen Ministerrates 1867‒ 1918
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Wladimir Fischer-Nebmaier ist Senior Academy Scientist am Institute for Habsburg an Balkan Studies der Österreichischen Akademie der Wissenschaften |
Die Ministerratsprotokolle der Habsburgermonarchie enthalten alles, was deren Regierungen besprachen. Deshalb waren sie geheim – und oft waren es Entscheidungen, die bis heute nachwirken. Dieser Teilband behandelt die letzten zwei Jahre des Ersten Weltkrieges: vom Tod Franz Josephs am 21. November 1916 bis zum Rücktritt Karls von allen Amtsgeschäften am 11. November 1918. Ganze fünf Ministerpräsidenten wechselten einander ab: Koerber, Clam-Martinic, Seidler, Hussarek, Lammasch. In vielen Fragen konnte der Ministerrat weniger regieren als vielmehr nur reagieren: So mussten die Regierungen in dem im Mai 1917 wiedereröffneten Parlament regierungsfähig bleiben und dafür bei den auseinanderstrebenden nationalen Fraktionen Mehrheiten finden. Große Probleme galt es zu lösen: die schlechte wirtschaftliche Lage, soziale Not und Unsicherheit, welche in Streiks und Aufstände mündeten. Gleichzeitig steckte der Dualismus in der Krise ‒ die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn konnten nicht geregelt werden und Ungarn drängte auf die Teilung der gemeinsamen Armee. Doch der Ministerrat traf auch Beschlüsse, die bis weit nach dem Krieg wirkten – so begann er eine systematische Sozialpolitik und schuf neue Institutionen wie das europaweit erste Gesundheits- und das Sozialministerium. Viele dieser Themen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges werden hier erstmals neu und in großer Tiefe erschlossen – so auch ein Geheimprotokoll zur Teilung der Armee.
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Die Ministerratsprotokolle der Habsburgermonarchie enthalten alles, was deren Regierungen besprachen. Deshalb waren sie geheim – und oft waren es Entscheidungen, die bis heute nachwirken. Dieser Teilband behandelt die letzten zwei Jahre des Ersten Weltkrieges: vom Tod Franz Josephs am 21. November 1916 bis zum Rücktritt Karls von allen Amtsgeschäften am 11. November 1918. Ganze fünf Ministerpräsidenten wechselten einander ab: Koerber, Clam-Martinic, Seidler, Hussarek, Lammasch. In vielen Fragen konnte der Ministerrat weniger regieren als vielmehr nur reagieren: So mussten die Regierungen in dem im Mai 1917 wiedereröffneten Parlament regierungsfähig bleiben und dafür bei den auseinanderstrebenden nationalen Fraktionen Mehrheiten finden. Große Probleme galt es zu lösen: die schlechte wirtschaftliche Lage, soziale Not und Unsicherheit, welche in Streiks und Aufstände mündeten. Gleichzeitig steckte der Dualismus in der Krise ‒ die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Ungarn konnten nicht geregelt werden und Ungarn drängte auf die Teilung der gemeinsamen Armee. Doch der Ministerrat traf auch Beschlüsse, die bis weit nach dem Krieg wirkten – so begann er eine systematische Sozialpolitik und schuf neue Institutionen wie das europaweit erste Gesundheits- und das Sozialministerium. Viele dieser Themen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges werden hier erstmals neu und in großer Tiefe erschlossen – so auch ein Geheimprotokoll zur Teilung der Armee.
Gedruckt mit Unterstützung des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).
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The minutes of the Council of Ministers of the Habsburg Monarchy contain everything the governments discussed. Therefore, they were secret—and often contained decisions whose effects are still felt today. This volume covers the last two years of the First World War: from the death of Franz Joseph on November 21, 1916, to Karl's resignation from all offices on November 11, 1918. A total of five prime ministers succeeded one another: Koerber, Clam-Martinic, Seidler, Hussarek, and Lammasch. In many matters, the Council of Ministers found it hard to govern and could only react: in May 1917, Parliament reopened and the governments were forced to secure majorities among the diverging national factions. Major problems had to be solved: the poor economic situation, social hardship, and insecurity, which culminated in strikes and uprisings. At the same time, the dualist system was in crisis—economic relations between Austria and Hungary could not be regulated, and Hungary was pushing for the division of the joint army. However, the Council of Ministers also made decisions that had an impact long after the war—for example, it initiated a systematic social policy and created new institutions such as Europe's first Ministry of Health and the Ministry of Social Affairs. Many of these topics from the First World War are explored here for the first time in great depth—including a secret protocol on the division of the joint army.
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Digitale Edition des Instituts
2026
978-3-7001-5021-3
978-3-7001-5022-0
CLXXXII+391 Seiten, 23,5x16,5cm, broschiert, Deutsch
Diese Publikation ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung 4.0:
CC BY 4.0