Die Verknüpfung von Daten der Ereignisgeschichte mit archäologischen Befunden und deren Interpretation ist seit den Anfängen der Archäologie der römischen Provinzen ein zentrales Forschungsanliegen. Die Zugehörigkeit der Provinzialrömischen Archäologie zu den Geschichtswissenschaften oder historischen Kulturwissenschaften wurde auch in jüngerer Zeit von verschiedenen Seiten bestätigt. Die folgenden Ausführungen und Kapitel sind im Allgemeinen an diesem wissenschaftlichen Selbstverständnis des Faches orientiert und greifen diesbezüglich im Besonderen die Markomannenkriege als historisches Leitthema auf. Für die Geschichte der Donauprovinzen bilden die Germanenkriege Marc Aurels eine bedeutende Abfolge überlieferter historischer Ereignisse während der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die vorliegende Publikation ist thematisch speziell den Auswirkungen dieser Kriege und deren Evidenz in archäologischen Quellen gewidmet. Im Zentrum der Untersuchung steht hinsichtlich der historischen Ereignisse der Markomannenkriege die germanische Invasion bis Oberitalien, die vermutlich während des Jahres 170 n. Chr. erfolgte. Bezüglich archäologischer Quellen steht eine mit diesem Ereignis annähernd kontemporäre Brandschicht (vgl. Kap. 12) in der Insula XLI des südostnorischen Munizipiums Flavia Solva-Wagna im Fokus der Aufmerksamkeit.
2017,
978-3-7001-8191-0
341 Seiten mit zahlr. Abb.,
30x21cm, kartonierter Pappband