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Portrait of a Soviet IslamicistMuhammad-Said Saidov (1902–1985)
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
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Dieses Buch untersucht das intellektuelle und persönliche Leben von Muhammad-Said Saidov (1902–1985), einem dagestanischen Gelehrten, der islamisches Denken mit sowjetischer Wissenschaft verband und damit eine besondere Perspektive auf muslimische Subjektivität in Dagestan eröffnete. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Archiven für die Herausbildung intellektueller Identitäten. Saidov war maßgeblich am Aufbau einer bedeutenden Manuskriptsammlung beteiligt, die sowjetische und muslimische Wissenstraditionen miteinander verknüpfte. Seine Privatbibliothek mit Werken zu arabischer Poesie, Geschichte und Biografik spiegelt seine Fähigkeit wider, sich zwischen beiden Welten zu bewegen. Das Buch analysiert zudem die Rolle biografischer und hagiografischer Texte bei der Formung wissenschaftlicher Persönlichkeiten. Saidovs eigene Schriften geben Einblick in Bildungsprozesse innerhalb einer sich wandelnden ideologischen Landschaft. Ein weiterer Fokus liegt auf seinen Emotionen, familiären Beziehungen und privaten Reflexionen. Memoiren, Briefe und Gedichte zeigen einen deutlichen Kontrast zwischen seiner offiziellen sowjetischen Autobiografie und seinen persönlichen arabischsprachigen Texten, in denen Wärme und innere Stärke sichtbar werden.
Saidovs Vermächtnis liegt in der Verbindung islamischer und akademischer Traditionen in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Seine Arbeiten hinterfragen den von ihm kritisierten Orientalismus und begreifen den Islam als gelebte intellektuelle Praxis. Das Buch lädt dazu ein, einen Gelehrten kennenzulernen, dessen Leben und Werk Akte der Selbstdefinition waren und der eine Brücke zwischen der islamischen und der sowjetischen Welt schlug.
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Muhammad-Said Saidov (1902–1985) was a prominent Dagestani scholar whose long career saw him a witness to, and participant in, many of the social and intellectual shifts that occurred over the turbulent course of the 20th century. He was also a defiantly independent-minded thinker, juggling and combining the roles of Muslim scholar and Soviet academician at a time when many assumed that such professional identities were mutually incompatible. In this book, the first detailed biography of this remarkable individual, Shamil Shikhaliev draws on Muhammad-Said Saidov's various writings, together with his personal archive and manuscript collection, to reconstruct the various overlapping dimensions of Saidov's life and thought. The book offers a unique perspective on the modern Muslim experience in the Northern Caucasus, which will be of interest to historians, anthropologists and political scientists alike.
2026,
978-3-7001-9662-4
978-3-7001-9663-1
XVII+543 Seiten,
15 x 22,5cm, gebunden, englisch