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Informelles Wohnen als Routine? Multiple urbane Transformationen in der Agglomeration Belgrad: Das Beispiel Kaluđerica

    Daniel Göler, Marija Martinović, Ivan Ratkaj, Danica Śantić

Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft Band 154/2012, pp. 212-234, 2013/01/30

154. Jg. (Jahresband), Wien 2012

doi: 10.1553/moegg154s212

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doi:10.1553/moegg154



doi:10.1553/moegg154s212


Abstract

Informelles Wohnen in Südosteuropa ist kein neues Phänomen. Im post-jugoslawischen Raum, so auch in Belgrad [Beograd], geht das Problem auf die 1960er Jahre zurück,als die wachsenden jugoslawischen Städte unter einem massiven Wohnungsmangellitten. Die nationale Wohnungspolitik duldete deshalb neben dem staatlichen Sektorprivate und oft informelle Bautätigkeiten von Zuwanderern aus ländlichen Regionen.Solche individuellen Aktivitäten setzten sich in der Transformationsperiode fort undintensivierten sich sogar. Im aktuellen Belgrader Stadtentwicklungsplan sind ca. 40%der Flächen mit Wohnfunktion als informelle Siedlungsbereiche ausgewiesen. Das hier ist eine der größten Siedlungen dieser Art auf dem Balkan. Es ist das Ergebnis einerkontinuierlichen und intensiven informellen Siedlungsentwicklung, deren Aufarbeitungentsprechende Pfadabhängigkeiten berücksichtigen muss. Der vorgelegte Befund weichtvon bekannten west- und osteuropäischen Suburbanisierungsmustern ab und ist ganzerheblich von städtebaulicher Informalität und sozialer Marginalität gekennzeichnet.Wegen seiner Langfristigkeit und der tiefen gesellschaftlichen Verwurzelung wirdInformalität in diesem Sinn als multiple (post-)kommunistische Routine interpretiert.