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SprachkunstBeiträge zur Literaturwissenschaft
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Mit "Sprachkunst" ist der zentrale Gegenstand benannt, um den es in den literaturwissenschaftlichen Beiträgen der Zeitschrift geht. Eine Tradition der Philologie hat sich auf verschiedene Formen künstlerischer Sprachverwendung und auf poetologische Themen konzentriert. Das heutige Selbstverständnis der Zeitschrift geht davon aus, dass sich diese Tradition auf produktive Weise mit aktuellen Paradigmen moderner Literaturwissenschaft verbinden lässt, um textorientiert den kritischen Eigensinn von Literaturen zu analysieren. Die seit 1970 halbjährlich erscheinende Zeitschrift der Österreichischen Akademie der Wissenschaften setzt sich vor allem mit deutschsprachigen und europäischen Literaturen auseinander, Beiträge können auf Deutsch, Englisch und Französisch publiziert werden. Neben den literaturwissenschaftlichen Aufsätzen erscheinen Rezensionen von Fachliteratur, Forschungs- und Tagungsberichte sowie Verzeichnisse literaturwissenschaftlicher Dissertationen und Habilitationen an österreichischen Universitäten. |
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Sprachkunst Jahrgang LV/2024 1./2. Halbband, pp. 53-70, 2025/07/30
Beiträge zur Literaturwissenschaft
Jahrgang LV/2024 1./2. Halbband
Der Beitrag vergleicht und kontextualisiert drei kurze Texte Georg Philipp Harsdörffers (1607– 1658) aus dem ›Poetischen Trichter‹ (1653), den ›Mathematischen und Philosophischen Er-quickstunden‹ (1651) sowie der ›Artis Apophthelegmaticæ Continuatio‹ (1656), die sich dem Wetterphänomen Schnee aus verschiedener Perspektive nähern. Im Kontext der Literatur- und Wissensgeschichte des 17. Jahrhunderts, auf dem Höhepunkt der ‚kleinen Eiszeit‘, erscheint der Schnee dabei als inter- und transdisziplinäres Medium, das die Verknüpfung verschiedener Wissenssysteme und ästhetischer Formen erlaubt. Seine Beschreibung variiert je nach Publikations-zusammenhang, Zielgruppe und Zweck erheblich, wobei die eminente Bedeutung kompilatorischer und kombinatorischer Verfahren in Harsdörffers Werk deutlich wird, vor allem aber die bemerkenswerten Integrationsleistungen, durch die poetische und wissenschaftliche Elemente verbunden und die Grenzen zwischen Naturwissenschaft und Dichtung verwischt werden.