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SprachkunstBeiträge zur Literaturwissenschaft
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Mit "Sprachkunst" ist der zentrale Gegenstand benannt, um den es in den literaturwissenschaftlichen Beiträgen der Zeitschrift geht. Eine Tradition der Philologie hat sich auf verschiedene Formen künstlerischer Sprachverwendung und auf poetologische Themen konzentriert. Das heutige Selbstverständnis der Zeitschrift geht davon aus, dass sich diese Tradition auf produktive Weise mit aktuellen Paradigmen moderner Literaturwissenschaft verbinden lässt, um textorientiert den kritischen Eigensinn von Literaturen zu analysieren. Die seit 1970 halbjährlich erscheinende Zeitschrift der Österreichischen Akademie der Wissenschaften setzt sich vor allem mit deutschsprachigen und europäischen Literaturen auseinander, Beiträge können auf Deutsch, Englisch und Französisch publiziert werden. Neben den literaturwissenschaftlichen Aufsätzen erscheinen Rezensionen von Fachliteratur, Forschungs- und Tagungsberichte sowie Verzeichnisse literaturwissenschaftlicher Dissertationen und Habilitationen an österreichischen Universitäten. |
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Sprachkunst Jahrgang LV/2024 1./2. Halbband, pp. 119-162, 2025/07/30
Beiträge zur Literaturwissenschaft
Jahrgang LV/2024 1./2. Halbband
Am Beispiel von Steffen Popps Gedicht ›Den Toten des Surrealismus‹ geht der Beitrag der Frage nach, welche Beziehungen die Lyrik des Anthropozäns zur Schnee-Lyrik der Moderne unterhält. Dabei zeigt die Untersuchung Überlagerungsbewegungen zwischen verschiedenen Ebenen eines poetischen Gegenwartsbewusstseins auf. In seiner elegischen Annäherung an große Schnee- Autor:innen des 20. Jahrhunderts – unter ihnen Walter Benjamin, Ossip Mandelstam, Paul Celan, Rose Ausländer – setzt Popps Gedicht einerseits ein Zeichen für die Aufrechterhaltung der Kommunikation mit den Toten, deren einst widerständige Schnee-Lyrik in der Hitze des Anthropozäns gleichsam ,dahinschmilzt‘. Andererseits führt der Text vor, dass auch die Widerstandsgesten der künstlerischen Avantgarde vom modernen Fortschritts- und Erneuerungsgeist geprägt sind und in diesem Sinne auf dialektische Weise mit den ideologischen, kulturellen und materiellen Ermöglichungsbedingungen des Anthropozäns in Verbindung stehen.