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Archaeologia Austriaca 109/2025Zeitschrift zur Archäologie Europas
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„Archaeologia Austriaca“ ist eine internationale, begutachtete archäologische Zeitschrift, die einmal jährlich im Druck und online (open access) erscheint. Sie wurde 1948 als Zeitschrift zur Paläanthropologie und Ur- und Frühgeschichte Österreichs als Nachfolgerin der „Wiener Prähistorischen Zeitschrift“ gegründet und deckt alle Zeitperioden vom Paläolithikum bis in die Neuzeit ab, die im Rahmen von archäologischen, anthropologischen und interdisziplinären Untersuchungen behandelt werden. Im Zuge der Neuausrichtung der Zeitschrift im Jahr 2013 wurde der ursprüngliche geographische und kulturelle Schwerpunkt wieder aufgegriffen und über Österreich hinausgehend ausgedehnt. Es werden Artikel, Forschungsberichte, Themenspecials sowie Buchrezensionen zur Archäologie Österreichs, Europas und verwandter Regionen veröffentlicht. |
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3420, Fax +43-1-515 81/DW 3400 https://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at |
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Archaeologia Austriaca 109/2025, pp. 265-296, 2025/12/02
Zeitschrift zur Archäologie Europas
Journal on the Archaeology of Europe
Ziel des Projektes „Lost or Found?“ (2021–2023) war es, 1) eine systematische Stichprobe von mikroarchäologischen Funden aus Rettungsgrabungen in ganz Österreich zu gewinnen und 2) die verkohlten Pflanzenreste, Fischreste und metallurgischen Mikroabfälle in ihren archäologischen Siedlungs- und Befundkontexten auszuwerten. Der Fokus lag dabei auf urgeschichtlichen Siedlungsbefunden vom Mesolithikum bis zur Eisenzeit, wobei möglichst alle Bundesländer Österreichs berücksichtigt werden sollten. Insgesamt gelang es, 673 Proben von 25 Fundstellen in sieben Bundesländern zu sammeln. Etliche Fundstellen sind mehrperiodig, daher liegen Proben aus insgesamt 43 Siedlungsperioden vor. Die Analysen der ersten 233 Proben werden in dem vorliegenden Artikel präsentiert. Im allgemeinen Teil der Auswertung werden die Häufigkeiten und Funddichten verschiedener Kategorien von Mikrofunden (Holzkohlen, verkohlte Pflanzenreste, „amorphe Objekte verkohlt“ [verkohlte Reste zubereiteter pflanzlicher Nahrung], Silex, Fischknochen, Metallfunde und Schlacken) diskutiert. Auf Basis der umfassenden Stichprobe können diachrone und befundbezogene Unterschiede herausgearbeitet werden. Im speziellen Teil sind die wichtigsten Ergebnisse für jede einzelne Fundstelle kurz zusammengefasst. Der Vergleich verschiedener Ausgrabungen macht das Potential der Mikroarchäologie bei der Entdeckung „unsichtbarer“ Aktivitäten besonders deutlich. Abschließend werden Empfehlungen für die Integration mikroarchäologischer Probennahme in die Praxis der professionalisierten Denkmalschutzgrabungen formuliert.
Keywords: Urgeschichte, Siedlungen, Mikrofunde, Archäobotanik, Archäoichthyologie, Archäometallurgie