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SprachkunstBeiträge zur Literaturwissenschaft
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Mit "Sprachkunst" ist der zentrale Gegenstand benannt, um den es in den literaturwissenschaftlichen Beiträgen der Zeitschrift geht. Eine Tradition der Philologie hat sich auf verschiedene Formen künstlerischer Sprachverwendung und auf poetologische Themen konzentriert. Das heutige Selbstverständnis der Zeitschrift geht davon aus, dass sich diese Tradition auf produktive Weise mit aktuellen Paradigmen moderner Literaturwissenschaft verbinden lässt, um textorientiert den kritischen Eigensinn von Literaturen zu analysieren. Die seit 1970 halbjährlich erscheinende Zeitschrift der Österreichischen Akademie der Wissenschaften setzt sich vor allem mit deutschsprachigen und europäischen Literaturen auseinander, Beiträge können auf Deutsch, Englisch und Französisch publiziert werden. Neben den literaturwissenschaftlichen Aufsätzen erscheinen Rezensionen von Fachliteratur, Forschungs- und Tagungsberichte sowie Verzeichnisse literaturwissenschaftlicher Dissertationen und Habilitationen an österreichischen Universitäten. |
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Sprachkunst Jahrgang LVI/2025, 2. Halbband, pp. 135-160, 2026/06/05
Beiträge zur Literaturwissenschaft
Jahrgang LVI/2025, 2. Halbband
Das Tagebuch der Susanne Henriette Websky (1801–1865) ist nicht nur ein rares Beispiel weiblicher Diaristik aus dem frühen 19. Jahrhundert, sondern zeigt auch die Verflechtung von Alltagsbeobachtungen und Selbstreflexion als Selbsterziehung im Spiegel des patriarchalen Diskurses, der das weibliche Rollenbild als soziokulturelle Praxis mithilfe von Erziehungsratgebern fest schrieb. Ziel dieses Artikels ist es zu untersuchen, inwieweit die Autorin den von Pädagogen wie Jean-Jacques Rousseau, Joachim Heinrich Campe, Johann Ludwig Ewald und Jean Paul exemplarisch postulierten Geschlechternormen im Medium des Tagebuchs folgte oder sich über diese hinwegsetzte.